Bauer

Wald und Landwirtschaft

Knapp die Hälfte der Fläche Österreichs ist mit Wald bedeckt. Er prägt unsere Landschaft und ist wichtig für unsere Wirtschaft. Er bietet Schutz vor Naturgefahren wie beispielsweise Schneelawinen, Steinschlag und Murenabgänge. Und er leistet einen wesentlichen Beitrag für die Qualität der Luft und des Wassers. Und nicht zuletzt ist der Wald ein vielseitiger Freizeit- und Lebensraum für Menschen und Tiere.

Der Wald und das Wasser

Der Wald wirkt wie ein Schirm, ein Filter und ein Wasserspeicher zugleich. Er fängt den Regen auf und verdunstet einen Teil in die Luft. Die Wirkungen des Waldes auf das örtliche Klima, die Luftfeuchtigkeit und Temperatur, aber auch die Schadstofffilterung sind von großer Bedeutung. Durch die Blätter und Nadeln gibt der Wald ungefähr ein Drittel des Regens wieder direkt in die Atmosphäre zurück. Und im Sommer verdunstet ein durchnittlicher Wald
20.000 bis 60.000 Liter Wasser pro Hektar. Jenes Wasser, das der Wald nicht verdunstet, lässt er langsam zu Boden tropfen. Der Waldboden nimmt das Wasser wie ein Schwamm auf. Er kann bis zu sechs Mal mehr aufnehmen als zum Beispiel eine Wiese. Regen und Schmelzwasser werden im Wald zurückgehalten und dann nur nach und nach abgegeben. So wird der Boden im Wald bei starken Regenfällen nicht so stark abgetragen wie auf einer freien Fläche.

Wälder entlang von Bächen und Flüssen sind wichtig für das Grundwasser. Bei Hochwasser sorgen sie für die Reinigung des Wassers. Und beim Versickern des Hochwassers in die oft mächtigen Schichten des Waldbodens werden Grundwasserreserven aufgefüllt.

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Der Wald reguliert das Klima

Die großen Wälder sind sozusagen die Lungen der Erde. Sie nehmen CO2 aus der Luft auf und geben den für Tiere und Menschen lebenswichtigen Sauerstoff ab. Deswegen ist es so wichtig, dass die großen Urwälder auf der Erde geschützt werden. Bereits mehr als 80 Prozent der Urwälder sind zerstört. Alle zwei Sekunden wird Urwald in der Größe eines Fußballfeldes vernichtet. Für jeden gefällten Baum sollte ein neuer gepflanzt werden, damit der
Waldbestand auf der Erde nicht noch weiter schrumpft.

Der Wald ist auch ein wichtiger Regulator. Große, zusammenhängende Waldflächen in der Nähe von Siedlungen beeinflussen das Klima. Durch Temperaturunterschiede zwischen Wald und Siedlung kommt es zu einem ständigen Luftaustausch. Warmluft aus der Stadt steigt nach oben und lagert sich über dem Wald an. Am Abend, wenn die Sonneneinstrahlung nachlässt, kühlt die Luft ab und sinkt in das Waldinnere. Als Ergebnis fließt kühle und gereinigte Luft in die Stadt zurück. Gleichzeitig filtern die Blätter Staub, Ruß und gasförmige Verunreinigungen aus der Luft heraus.

Der Wald reguliert das Klima und Wandelt CO2 zu Sauerstoff um

Warmluft aus der Stadt steigt nach oben und lagert sich über dem Wald an. Am Abend, wenn die Sonneneinstrahlung nachlässt, kühlt die Luft ab und sinkt in das Waldinnere. Als Ergebnis fließt kühle und gereinigte Luft in die Stadt zurück.

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Was ist Fotosynthese?

Fast alle Pflanzen und auch verschiedene Bakterien betreiben Fotosynthese und gewinnen so Traubenzucker, den man in Früchten auch schmeckt. Über Blätter wird Licht und damit Energie aufgenommen. Das geschieht mittels des Blattfarbstoffes Chlorophyll. Weiters wird Kohlendioxid (CO2) aus der Luft und aus dem Wasser über die Wurzeln aufgenommen. Mit Hilfe der Energie der Sonne wird Traubenzucker gewonnen und Sauerstoff freigesetzt.

Die Fotosynthese liefert dem Baum lebenswichtigen Zucker, bindet das Treibhausgas Kohlendioxid und produziert frischen Sauerstoff. Daher auch die herrlich frische Luft im Wald. Ohne die Fotosynthese würde es kein menschliches oder tierisches Leben auf der Erde geben.

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Holz wächst nach

Österreich ist ein sehr holzreiches Land. Im ganzen Land gibt es etwa 3,5 Milliarden Bäume. Das entspricht rund 1,095 Milliarden Kubikmeter Holz. Das Holz wird für den Bau von Häusern, Brücken, Fenstern, Türen und Möbeln gebraucht. Es wird daraus zum Teil auch Papier gemacht; obwohl Papier aus Altpapier viel schonender für die Umwelt ist. Ein Teil des Holzes wird zum Heizen verwendet. Dafür wird vor allem Holzabfall aus Sägewerken verwendet,
der zu kleinen Stäbchen, den sogenannten Pellets, gepresst wird. Pellets kann man dann im Ofen verbrennen. Mit Holz zu heizen ist viel umweltfreundlicher als mit Öl, Kohle oder Gas.

In Österreich herrscht ein Gleichgewicht zwischen den gefällten und den jungen Bäumen. Das heißt, das gefällte Holz wird immer durch nachwachsendes ersetzt. Deswegen nennt man Holz einen nachwachsenden Rohstoff.

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Landwirtschaft

Wie die Landschaft in Österreich aussieht, ist das Ergebnis einer mehr als 1000-jährigen Geschichte. Menschen haben Siedlungen und Städte gebaut, haben Wälder gerodet und Felder angelegt. Die Landwirtschaft hat durch ihre Bearbeitung des Bodens das charakteristische Aussehen von großen Teilen unseres Landes geprägt. Ungefähr 43% der gesamten Fläche sind Äcker, Wiesen, Weiden und Flure. Das Besondere der Landwirtschaft in Österreich
ist, dass die Zahl der Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern sehr hoch ist.

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Was ist biologische Landwirtschaft?

Seit etwa 7000 Jahren betreibt der Mensch Ackerbau, davon ca. 6900 Jahre auf biologischer Grundlage. Im vergangenen Jahrhundert setzte sich die Auffassung durch, dass Landwirtschaft nur mittels künstlicher Zusatzstoffe wie Pestizide oder Kunstdünger erfolgreich sein kann. Erst seit relativ kurzer Zeit gewinnt der Bio-Gedanke wieder an Attraktivität unter den Bauern

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Worauf achten eine Biobäuerin und ein Biobauer?

  • Geschlossene Kreisläufe am Biobauernhof. Futter für die Tiere, Düngemittel für die Felder und andere notwendige Betriebsmittel werden nach Möglichkeit nicht zugekauft, sondern es wird verwendet, was am Hof anfällt. So düngt die Biobäuerin oder der Biobauer nicht mit extra gekauftem Dünger, sondern mit dem Mist und der Gülle vom Hof.
  • Kein Kunstdünger! Biobetriebe verwenden beim Anbau von Getreide, Feldfrüchten, Obst und Gemüse keine umweltschädigenden Kunstdünger.
  • Keine chemischen Pflanzenschutzmittel! Biobäuerinnen und Biobauern verwenden keine chemisch hergestellten Pflanzenschutzmittel. Schädlinge, Krankheiten und Unkräuter werden durch Förderung des ökologischen Gleichgewichts in Schach gehalten.
  • Schonende Bodennutzung! Durch schonende Bearbeitung, natürlichen Dünger und ausgewogene Fruchtfolgen werden die Bodengesundheit und -fruchtbarkeit gefördert. Unter Fruchtfolge versteht man die Reihenfolge der auf einem Feld angebauten Nutzpflanzenarten. Dafür müssen die Biobäuerinnen und -bauern viel Erfahrung und Wissen mitbringen.
  • Artgerechte Tier- und Fischhaltung! In der Biolandwirtschaft werden die Tiere besonders tierfreundlich gehalten. Das Futter muss ebenfalls bio sein. Antibiotika sind verboten.
  • Die Natur reguliert sich selbst! In der biologischen Landwirtschaft vertraut man der Natur. Die Natur heilt und reguliert sich oft selbst. Biobäuerinnen und -bauern kennen viele solcher Vorgänge und nützen diese für ihre Arbeit. So können sie chemische Zusatzstoffe vermeiden.
  • Keine Gentechnik! Biobäuerinnen und -bauern verzichten ausnahmslos auf den Einsatz von Gentechnik.

 

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